Sophia Erni
gewann den Thurgauer Malerlehrlingswettbewerb mit Äpfeln.
Der Spital Wil gehöre unter anderem zu den Themen, die der Verein Zukunft Spital Wil behandle, sei aber lange nicht der Haupt-
fokus, betont der Präsident des Vereins, Harry Huber. lin
Gestern fand die Gründung des Vereins Zukunft Spital Wil statt. Als Präsident wurde Harry Huber gewählt. Der Wiler Stadtparlamentarier und Koordinator des Rettungswesens Thurgau verrät im Interview, welche Rolle seine eigene politische Haltung spielt.
Wil Das Gesundheitswesen steht vor finanziellen, personellen und medizinischen Herausforderungen. Der Verein Zukunft Spital Wil möchte bei wichtigen Entscheidungen mitreden, zwischen verschiedenen Akteuren vermitteln und die Bevölkerung informieren. Harry Huber wurde an der Gründungsversammlung am Mittwochabend zum Präsident des Vereins gewählt. Er hat einen besonderen Draht zum Gesundheitswesen.
Harry Huber, was hat Sie persönlich dazu bewogen, sich als Präsident des Vereins Zukunft Spital Wil zur Verfügung zu stellen?
Die Gesundheitsversorgung unserer Region liegt mir persönlich auch aufgrund meines beruflichen Hintergrunds sehr am Herzen und ich verfolge die Gesundheitspolitik des Kantons seit Jahren mit grossem Interesse. Als ich von den Initianten des Vereins angefragt wurde, konnte ich mich mit den definierten Zielen des Vereins sehr gut identifizieren. Mich zusammen mit engagierten Persönlichkeiten aus dem Gesundheitswesen und der Politik im Dialog mit der Bevölkerung der Region Wil für dieses Thema einzusetzen, motiviert mich. Es freut mich ausserordentlich, dass der Verein bereits vor der Gründung in die öffentliche Wahrnehmung getreten ist und der grosse Zulauf an Mitgliedern das Bedürfnis dafür aufzeigt.
Sie bringen Erfahrung aus dem Rettungswesen und der Politik mit – wie hilft Ihnen dieser Hintergrund bei der Arbeit im Verein?
Durch meinen beruflichen Werdegang verfüge ich sowohl über praktische und fachliche Erfahrungen als auch einen tiefen Einblick in die Abläufe und Herausforderungen der regionalen Gesundheitsversorgung. Ich kenne die Bedürfnisse der Patienten und kann diese einbringen. Die politische Erfahrung hilft mir, die Zusammenhänge von politischen Entscheidungsprozessen zu verstehen und die Anliegen des Vereins gezielt einzubringen.
Wie erleben Sie das Spannungsfeld zwischen der Praxis im Rettungsdienst und der Politik im Stadtparlament?
Die Politik kennt den Rettungsdienst meist nur aus der Theorie oder aufgrund eines Einzelerlebnisses im persönlichen Umfeld. Hier habe ich breite praktische Erfahrung und kann mit meinem Fachwissen zu einer fundierten Meinungsbildung beitragen. Wobei ich erwähnen möchte, dass der Rettungsdienst nur ein kleiner – wenn auch wichtiger – Teil im gesamten Gesundheitswesen darstellt.
Wie stark soll oder darf sich der Verein politisch positionieren?
Ich sehe den Verein vor allem als Sprachrohr der Einwohner unserer Region. Deren Bedürfnisse im Bereich Gesundheitsversorgung sollen auch in der Politik gehört und beachtet werden. Welche Rolle spielt Ihre eigene politische Haltung als GLP-Stadtparlamentarier in der Vereinsarbeit? Im Vereinsvorstand sind Mitglieder verschiedener politischer Parteien vertreten. Dies war den Vereins-
Initianten auch wichtig. Ich gehe davon aus, dass sich jedes Mitglied auch parteipolitisch entsprechend einbringen wird, so auch ich. Dies führt zu politisch breit abgestützten und ausgewogenen Lösungen.
Was sind aus Ihrer Sicht aktuell die grössten Herausforderungen für den Standort Wil im Kontext der Gesundheitsversorgung?
Im Kanton St.Gallen ist das Gesundheitswesen und allem voran die Spitalversorgung in einem grossen Umbruch. Nachdem viele einschneidende Massnahmen ergriffen wurden, ist es aus meiner Sicht jetzt Zeit, die aktuelle Situation zu konsolidieren und mit den verbleibenden Spitälern eine gemeinsame Strategie zur optimalen Versorgung in allen Regionen zu gewährleisten.
Welches ist die grösste Herausforderung für den Verein selbst?
Wir wollen sowohl mit der Bevölkerung als auch den Akteuren des Gesundheitswesens der Region in einen Dialog treten. Nach der Vereinsgründung wollen wir uns im Vorstand schnellstmöglich organisieren und unsere Aktivitäten planen.
Inwiefern ist dies herausfordernd?
Auf übergeordneter Ebene scheint es im Moment nur um Kostenoptimierung zu gehen. Die Kosten sind natürlich auch aus Sicht der Prämien- und Steuerzahler wichtig. Wir wollen aber sicherstellen, dass auch die Versorgungsbedürfnisse der Bevölkerung und die Anliegen der Mitarbeitenden in den Institutionen nicht vergessen gehen.
Der Verein versteht sich als Plattform für Dialog. Wie soll dieser Dialog organisiert werden?
Wir wollen durch verschiedene Aktivitäten mit unseren Mitgliedern im Dialog stehen und ihre Bedürfnisse bei den betreffenden Akteuren des Gesundheitswesens einbringen. Ein intensiver Austausch über verschiedene Kanäle, unter anderen den sozialen Medien, ist geplant und entsprechende Fachpersonen sind im Vorstand vertreten. Auch die Bevölkerung der Region soll über unsere Aktivitäten regelmässig informiert werden. Wichtig ist aber auch der geplante Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern in den Kantonen sowie mit Health Ostschweiz (HOCH).
Auch von einer «vernetzten Betrachtung» des Gesundheitswesens wurde gesprochen. Wie kann diese konkret aussehen?
Die Gesundheitsversorgung in der Region Wil ist das Produkt verschiedener medizinischer Dienstleister. Diese sollten aus unserer Sicht optimal vernetzt sein und Synergien optimal genutzt werden. Es gibt da bereits Beispiele aus anderen Regionen, welche wir im Vorstand diskutieren und im Dialog mit den Akteuren einbringen wollen.
Welche konkreten Aktivitäten oder Projekte sind im ersten Vereinsjahr geplant?
Nachdem sich der Vorstand konsolidiert hat, wollen wir das Vereinsjahr konkret planen und entsprechend informieren.
Linda Bachmann
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