Walter Gysel
stellt den Chor Mundo Unido im WN-Vereins-Domino vor.
Wo arbeiten die Menschen besonders gerne? Das Beratungsunternehmen Icommit ermittelte die beliebtesten Arbeitgeber der Schweiz 2026. Die Gebrüder Egli Maschinen AG aus Rossrüti hat das Siegertreppchen nur knapp verpasst.
Rossrüti Fast 55’000 Mitarbeitende aus 152 Schweizer Unternehmen stimmten beim Swiss Arbeitgeber Award darüber ab, wie zufrieden sie mit ihrem Arbeitgeber sind. In ihrer jeweiligen Kategorie wurden die Genossenschaft ZFV-Unterneh-mungen mit über 1000 Mitarbeitenden, die Dätwyler Schweiz AG mit 250 bis 999 Mitarbeitenden, die Biral AG mit 100 bis 249 Mitarbeitenden sowie die Spida Sozialversicherungen mit 50 bis 99 Mitarbeitenden als Sieger ausgezeichnet. In der Kategorie 50 bis 99 Mitarbeitende erreiche die Gebrüder Egli Maschinen AG aus Rossrüti den vierten Rang. Was brauchte es für diese Top-Platzierung?
Heidi Egli, ihr Unternehmen hat beim Swiss Arbeitgeber Award 2026 den vierten Platz erreicht. Was bedeutet diese Auszeichnung für Sie persönlich – und für das Unternehmen?
Für mich persönlich ist es eine grosse Freude, im gesamtschweizerischen Wettbewerb mit vielen anderen Unternehmen so gut abgeschlossen zu haben, da es eine Standortbestimmung zulässt. Es ist motivierend, Inputs aus der Umfrage anzupacken, wenn das grosse Ganze stimmt. Der Punkt, dass der Mitarbeitende als Mensch gesehen wird, freut mich persönlich ganz besonders. Es zeigt, dass wir als Familienunternehmen einen gravierenden Unterschied machen können und dies geschätzt wird. Der sehr hohe Wert bei der Aussage: «Es liegt mir viel an der Zukunft dieses Unternehmens» lässt mich mit viel Zuversicht in die Zukunft schauen.
Der Swiss Arbeitgeber Award basiert auf der anonymen Befragung der Mitarbeitenden. Was sagt dieses Resultat über die Unternehmenskultur bei Gebrüder Egli?
Unsere Kultur des Zusammenhalts, des Vertrauens, der Entwicklungsmöglichkeiten wird sehr geschätzt. Der grosse Einbezug der Mitarbeitenden ermöglicht Menschen, die sich einbringen wollen, auf allen Positionen ihren Beitrag zu leisten, was die Arbeit spannender und attraktiver macht. Die agile Führungskultur, mit der wir unterwegs sind, mit dem grossen Engagement des Führungsteams und der persönlichen Förderung der Mitarbeitenden, lässt ein Miteinander auf Augenhöhe zu.
Haben Sie aktiv auf diesen Erfolg hingearbeitet?
Nicht explizit für diesen Erfolg, für das Wohl der Mitarbeitenden haben wir in den letzten 30 Jahren jedoch viel persönliches Engagement eingesetzt. Die Einführung des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, stetige Weiterbildung der Mitarbeitenden, im Speziellen des Führungsteams, und der Einbezug aller Mitarbeitenden in die Zielerreichung sind nur einige Massnahmen, die wir umgesetzt haben. Als entscheidend sehe ich auch die Offenheit und das Ernstnehmen von positiv kritischen Stimmen und Inputs, die uns in der Entwicklung unterstützen.
Wo sehen Sie die grössten Stärken Ihres Unternehmens als Arbeitgeber – insbesondere im Vergleich zu anderen Industriebetrieben?
Unsere grösste Stärke liegt in der Stärke unserer Mitarbeitenden selbst. Die Punktezahl von 95 von möglichen 100 bei der Aussage «Ich gebe mein Bestes, um den Erfolg dieses Unternehmens zu sichern», zeigt deutlich, dass unsere Mitarbeitenden bei der Entwicklung dieses Unternehmens voll mit dabei sind. Das ist nicht Sache einzelner Personen, sondern des ganzen Teams. Dies, zeichnet uns neben der Menschlichkeit als Familienunternehmen aus.
Was tun Sie konkret, um Motivation, Zufriedenheit und Identifikation der Mitarbeitenden langfristig zu fördern?
Die intrinsische Motivation der Mitarbeitenden ist aus meiner Sicht einer der grössten Werte. Von aussen stetig Motivation zu geben und eine permanente Zufriedenheit herzustellen, ist schier unmöglich. Zu versuchen, Demotivation zu verhindern, ist jedoch ein grosses Ziel. Ein offenes Ohr zu haben, Veränderungen zu unterstützen und Konflikte frühzeitig anzugehen, daran arbeiten wir. Wir fördern das Bewusstsein, dass vieles mit der eigenen Einstellung steht und fällt. Eine stärkenorientierte Führung und Ressourcenarbeit unterstützen dabei.
Ihre Branche kämpft mit Fachkräftemangel. Zeigt sich dieser in Ihrem Unternehmen? Wie positionieren Sie sich im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeitende?
Wir können wirklich sagen, dass wir immer wieder die richtigen Mitarbeitenden anziehen können. Manchmal geht es etwas länger, doch immer genau zur richtigen Zeit finden wir die Schlüsselpersonen. Nicht zuletzt durch Empfehlungen der eigenen Mitarbeitenden. Ein wichtiger Punkt ist jedoch auch der Ruf in der Branche als Arbeitgeber, den wir uns erarbeitet haben. Die hohen Ansprüche an die Qualität unserer Produkte wie auch an unsere Dienstleistungen ziehen Mitarbeitende an, die genau das suchen.
Wie wichtig sind Benefits? Welche gibt es bei Ihnen im Betrieb?
Unsere Benefits unterscheiden sich wohl nicht gross von denen anderer Betriebe. Da sind wir alle auf einem hohen Niveau. Jedoch als Mensch wahrgenommen zu werden, als das, was man ist, bedeutet für jeden Menschen ein Privileg.
Wo sehen Sie noch Verbesserungspotenzial als Arbeitgeber – trotz des guten Abschneidens?
Es kam klar heraus, dass in unseren Prozessen und Abläufen noch Potentzal liegt. Dies ist bei einer wachsenden, innovativen Unternehmung nicht anders zu erwarten. Ebenso sehen wir Potenzial im Feedback an die Mitarbeitenden. Obwohl wir schon viele Anstrengungen in diesen Bereich unternommen haben, ist dies wohl die anspruchsvollste Aufgabe jeder Führungsperson. Daran arbeiten wir weiter, denn eine gute Atmosphäre mit 360-Grad-Feedbackkultur ist uns sehr wichtig.
Gibt es Ziele oder Projekte, die Sie in den nächsten Jahren besonders vorantreiben möchten?
Auf die Klärung von Schnittstellen und Verantwortlichkeiten werden wir punktuell Energie reinstecken. Die teamübergreifende Zusammenarbeit hängt davon ab, wie gut die Arbeiten gegenseitig aufeinander abgestimmt sind und wie zielführend die gegenseitige Kommunikation ist. «Gebrüder Egli Kultur» bedeutet auch, Erfolge gemeinsam zu feiern.
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