Walter Gysel
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Stellenweise wurden auf der Freudenbergstrasse 70 km/h gemessen – mit der neuen Tempo-30-Zone und Massnahmen wie Pförtner-Stehlen, Verengungen und Bodenmarkierungen soll die Sicherheit im Quartier erhöht werden.
Oberuzwil «Eine Tempo-30-Zone in Wohnquartieren ist für die Sicherheit unserer Kinder notwendig und sinnvoll», betont Gemeindepräsident Andreas Eisenring. Das Freudenberg-Quartier bilde mit dem Kindergarten, dem Alters- und Pflegeheim Wolfgang und dem Restaurant Freudenberg keine Ausnahme. Bis es aber zur Umsetzung einer solchen Tempo-30-Zone komme, dauere es seine Zeit: «Die Mühlen der Demokratie mahlen langsam», so der Gemeindepräsident. Bis zur Umsetzung einer solchen Tempo-30-Zone dauerte es im Freudenberg-Quartier 18 Jahre.
Im Jahr 2007 bestimmte der damalige Gemeinderat im Rahmen eines Verkehrsraumkonzepts Zonen, in denen die Tempolimite eingeführt werden könnte. «Um die Massnahme in die Realität umsetzen zu können», erklärt Eisenring, «braucht es allerdings das Begehren der Bevölkerung.» Das Bedürfnis nach einer Tempo-30-Zone im Freudenberg-Quartier liess einige Zeit auf sich warten: «Im März 2022 beauftragte man einen Ingenieur, zu prüfen, welche Massnahmen zur Verkehrssicherheit im Freudenberg sinnvoll sind.» Kindergarten, Restaurants und die Strassenstruktur bilden die Grundlage für die verkehrsberuhigende Zone. «Dank Kurven und schmaler Strassen sind nur wenige Baueingriffe nötig», sagt der Oberuzwiler. Den Bedarf für eine Tempo-30-Zone, so Einsenring, machte die Verkehrserhebung deutlich: «Stellenweisewurden auf der Freudenbergstrasse Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 70 km/h gemessen.» Durchschnittlich fuhren die Autos im Quartier zwischen 24 und 38 km/h. «Gefährlich sind solche Spitzengeschwindigkeiten in Wohnquartieren dennoch», gibt er zu bedenken. Glücklicherweise würden auch wenige Unfälle gemeldet werden.
Nach den Verkehrserhebungen arbeitete der damalige Gemeinderat ein Projekt aus, welches ins Mitwirkungsverfahren geschickt wurde. «Die Bevölkerung konnte nun ihre Meinung äussern», so der Gemeindepräsident. «Danach kam das Einspracheverfahren, von dem im Fall des Freudenberg-Quartiers auch Gebrauch gemacht wurde», weiss Andreas Eisenring. Diese Prozesse seien alle vom alten Gemeinderat bearbeitet worden. «Wir haben einen Auftrag und ein rechtskräftiges Projekt, das wir nun umsetzen», betont er. Die Bauarbeiten starten am Montag und seien wenig invasiv: «Auf der Freudenbergstrasse, dort, wo die höchste Geschwindigkeit gemessen wurde, werden Hindernisse angebracht.» Ansonsten seien es vor allem die Eingangstafeln und Bodenmarkierungen, die auf die neue Regelung hinweisen sollen.
«Der budgetierte Betrag von 100’000 Franken reicht für die Umsetzung», bestätigt der ehemalige Bauverwalter. «Durch diese Massnahmen wird der Verkehr für alle Teilnehmenden sicherer gemacht und schliesst das Projekt ‹Temp 30› für den Moment ab.» Der Gemeinderat werde sich das Verkehrsraumprojekt in den nächsten Jahren sicherlich nochmals genau anschauen. Geplant seien aktuell jedoch keine weiteren Massnahmen. «Die Einhaltung der bestehenden Tempo-30-Zonen wird allenfalls anhand einer Geschwindigkeitsmessung nächstes Jahr ins Budget aufgenommen», verrät Andreas Eisenring. Alles in allem sei der Gemeindepräsident mit dem Oberuzwiler Verkehr jedoch zufrieden: «Wenn wir den Blick nach ausserhalb von Oberuzwil werfen, sehen wir, dass bei uns beinahe paradiesische Verhältnisse herrschen.» Eine niedrige Unfallstatistik bestätigte seinen Eindruck. «Natürlich haben wir punktuell Geschichten», sagt er, «wenn der Verkehr so bleibt, bin ich aber absolut happy.»
Von Dominique Thomi
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