Aaron Gähwiler
verrät im Lehrlings-Domino, wie er mit Druck umgeht.
Entlang der Gupfenstrasse sollte es eine Lärmschutzwand geben. Diese Pläne wurden sistiert und ein Gesamtprojekt wird derzeit erarbeitet.
«Eine Lärmschutzwand an der Gupfenstrasse würde die Lebensqualität stark erhöhen», sagt Martin Gyger. Als Anwohner wartet er vergebens auf neue Informationen und auch auf eine Umsetzung.
Niederuzwil Ein Auto, das mit 50 Kilometern pro Stunde fährt, erreicht in etwa 60 bis 70 Dezibel. Das ist ungefähr so laut wie ein handelsüblicher Staubsauger. Dieser Lautstärke ist Martin Gyger auf seinem Sitzplatz an der Nollenstrasse fast ununterbrochen ausgesetzt. Denn gleich hinter seinem Grundstückbefindet sich die Gupfenstrasse, eine von Uzwils Hauptverkehrsachsen. «Ende 2016 wurden wir Anwohner zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, damals noch im alten Alterszentrum Sonnmatt, und es wurde über ein Lärmsanierungsprojekt informiert», erinnert sich Gyger. Danach seien die Informationen stetig weniger geworden: «Vor zwei Jahren erhielt ich die letzte Information. Wie der aktuelle Stand der Dinge heute ist, weiss ich nicht», bedauert der Uzwiler.
«Der Kanton St.Gallen startete im Jahr 2016 ein Lärmsanierungsprojekt über alle Kantonsstrassen in Uzwil», bestätigt Evelyn Jeger, der Departementskommunikation des Bau- und Umweltdepartements. Zwei der damals drei Teilprojekte seien bereits abgeschlossen: «Auf dem Teil der Bahnhofstrasse wurden vor einigen Jahren lärmarme Beläge und Schallschutzfenster rechtskräftig umgesetzt. Im Jahr 2024 folgte die Umsetzung eines lärmarmen Belags auch an der Flawilerstrasse.» Doch was ist mit der geplanten Lärmschutzwand an der Gupfenstrasse? «Diese Planung wurde im Jahr 2021 sistiert», weiss Jeger. Auf Wunsch der Gemeinde werde zuerst das Betriebs- und Gestaltungsprojekt (BGK) weiterentwickelt, erklärt Jeger. Das Lärmsanierungsprojekt solle zu einem späteren Zeitpunkt integriert werden.
«Der Gemeinderat Uzwil sieht die Thematik Augartenkreuzung und Gupfenstrasse als Ganzes», erklärt Lucas Keel, Gemeindepräsident von Uzwil, auf Anfrage. Es sei ein Gesamtkonzept aus einer Lösung für Bushaltestellen, Kreuzungen, Verkehrslenkung sowie Veloverkehr und Fussgänger gewünscht: «Das ist zwar anspruchsvoller und zeitaufwändiger, aber langfristig sicher die bessere Lösung», so Keel. Das BGK in Zusammenarbeit mit dem Kanton sei auf der Zielgeraden, verrät er.
Das BGK Gupfenstrasse, sagt Evelyn Jeger, befinde sich in der Vorprojektphase. Hier liege der Lead bei der Gemeinde: «Das Variantenstudium ist abgeschlossen und die Strassenführung und -geometrie ist im Wesentlichen festgelegt», ergänzt sie. Aktuell arbeite man noch an einer möglichen Lösung für die Böschung im Bereich der ursprünglich geplanten Lärmschutzwand: «Die Bauprojektphase wird voraussichtlich im Rahmen des 19. Strassenbauprogramms, ab 2029, durchgeführt», sagt Jeger. Dann werde auch der genaue Umfang der Lärmschutzmassnahmen definiert. «Eine Umsetzung kann noch nicht festgelegt werden», weiss sie.
Ab der nächsten Phase übernehme der Kanton St.Gallen den Lead, sagt Evelyn Jeger. «Während der Projektierung gibt es in Form einer öffentlichen Mitwirkung dann für die Anwohnenden die Möglichkeit, Anregungen oder Beiträge zum Projekt anzumerken», sagt sie. Wann dieser Zeitpunkt komme, könne noch nicht definiert werden. So muss Martin Gyger wohl noch etwas länger dem Rauschen von Autos lauschen.
Von Dominique Thomi
Lade Fotos..