Walter Gysel
stellt den Chor Mundo Unido im WN-Vereins-Domino vor.
Daniele Ventaglio (h.l.) und Anja Wibawa (v.r.) waren mit den acht Schülern aus der
Oberstufe Schützengarten auf Baustellentour.
Diese Woche finden die Berufserkundungstage der Oberstufe Schützengarten statt. Am Dienstag stiegen die Schülerinnen und Schüler in den Baustellenbus und erhielten auf mehreren Stationen kurze, praktische Einblicke in Berufe der Baubranche.
Oberuzwil Ein silberner Bus biegt in die Strasse ein und hält auf dem Parkplatz vor dem Oberstufenschulhaus Schützengarten in Oberuzwil. Am Steuer sitzt Gewerbevereinspräsident Daniele Ventaglio. «Heute geht es mit acht Schülern auf Baustellentour», verrät er und öffnet den Jugendlichen die Tür. Bereits zum dritten Mal spannen der Oberuzwiler Gewerbeverein und die Oberstufe Schützengarten zusammen, um den jungen Erwachsenen einen kurzen Einblick in verschiedene Berufe zu geben. «Das Angebot kommt bei der Schülerschaft gut an», weiss Pascal Germann, Lehrperson der Oberstufe Schützengarten.
«Viele Betriebe, vor allem in der Baubranche, sind von Nachwuchsmangel betroffen und verfallen in leichte Schnappatmung, wenn es um das Thema Lernende geht», sagt Daniele Ventaglio. Der Gewerbevereinspräsident möchte eine Brücke zwischen dem Gewerbe und den potenziellen Lernenden schlagen: «Die Berufserkundungstage der Oberstufe bieten sich wunderbar an, um den Schülerinnen und Schülern in möglichst kurzer Zeit viele Berufe vorzustellen.» Dieser Ansicht ist auch Pascal Germann. «Ich durfte letztes Jahr den Bus begleiten und fand ihn ein optimales Angebot und ein Gewinn für unsere Schüler.»
Im Bus von Daniele Ventaglio geht es für die Jugendlichen auf fünf Baustellen in Oberuzwil. Dort lernen sie typische Berufe einer Baustelle kennen. «Wir stellen den Baumeister, im Tief- und Hochbau, den Maler, den Heizungsinstallateur, den Sanitär und den Elektriker vor», erklärt der Vereinspräsident. Dabei gebe es auf jeder Baustelle ein Zeitfenster von rund 30 Minuten, in dem den Jugendlichen von den Verantwortlichen des jeweiligen Unternehmens der Beruf vorgestellt werde. «Eine halbe Stunde pro Beruf reicht nicht für ein tiefes Verständnis – aber sie ist genug, um Neugier zu wecken», betont der Oberuzwiler. So können sich die Jugendlichen auch gleich selbst in den Berufen ausprobieren. «Hier liegt unsere grösste Herausforderung. Für den praktischen Teil wäre mehr Zeit oft von Vorteil», betont Ventaglio.
Eine weitere Hürde sei die zeitliche Koordination mit den einzelnen Betrieben. «Alle sind sehr beschäftigt. Doch die Gewerbe sehen selbst, dass sie Lernende brauchen, und sind deshalb gern mit an Bord», so Daniele Ventaglio. Die Kosten von rund 100 Franken für den Bus, verrät er, übernehme der Oberuzwiler Gewerbeverein. Der Nachmittag soll den Jugendlichen einen möglichst vielfältigen Einblick in die Baubranche bieten und einen Anreiz schaffen. Die Verschiebung von Baustelle zu Baustelle, ist auch Germann der Meinung, sei eine gute Möglichkeit, dass die Jugendlichen sich ein Bild der Lehrberufe machen können. «Wir hoffen, dass interessierte Schülerinnen und Schüler nach den Berufserkundungstagen die eine oder andere Schnupperlehre absolvieren und sich am Ende womöglich für einen der zukunftsträchtigen Berufe entscheiden.» Nach einer Schnupperlehre, so der Oberuzwiler, stünde die Chance nicht schlecht. «Es wäre schön, wenn die Fachkräfte von morgen weiterhin aus der Gemeinde kommen. Der Gewerbeverein ist davon überzeugt, einen wertvollen Beitrag zu einem kurzen, praxisnahen Erlebnis für unsere Schülerinnen und Schüler zu leisten.»
Neben dem Baustellenbus gehe die Schule auch aktiv auf andere Gewerbe in der Gemeinde zu. «In den blauen Berufen, also der Pflege, in Garagen und in Schreinerbetrieben können die jungen Erwachsenen ebenfalls reinschauen», sagt Daniele Ventaglio. Die Zusammenarbeit werde von beiden Seiten geschätzt. «Wenn es die Zeit zulässt, könnte sich der Oberuzwiler Gewerbeverein eine Erweiterung des Projekts zukünftig vorstellen», ist sich der Vereinspräsident sicher und schliesst die Tür des Busses hinter dem letzten Jugendlichen – vielleicht schon einem zukünftigen Handwerker aus Oberuzwil.
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